Rockavaria 2016

Mensch ist mir grad langweilig.

Rockavaria 2016 – Bands wie Nightwish, Iron Maiden, Powerwolf – was kann da schief gehen?

Erst mal nicht viel. Nach dem Interview sollen die Macher Ja vom letzten Mal gelernt haben uns besser organisiert sein.

Verlassen wir uns doch einfach mal darauf.

Meine Planung: Meiste auf den Hauptbühnen wirkt interessant, ich werde ja nur jünger – also wird ein Sitzplatz vorbestellt. Und ein Hotel. Sollte ja Freitag bis Sonntag reichen, die werden den Mainakt bestimmt Samstag bringen und bei den paar Bands Sonntag nachmittag Schluss machen.

Nunja… Jetzt kommt Iron Maiden halt Sonntag als letztes bis 22:30, egal die Macher arbeiten wohl nicht montags…

Ok. Plan B.
Bändchen bekommt man freitags um 12. Also Planung
1. Fahrt nach München
2. 12:00 Bändchen für Einlass holen
3. Mittag essen
4. Check-in Hotel 14:00
5. 16:10 JBO

Also ganz gemächlich.

12:00 – wo gibt es denn die Bändchen?
12:10 -jemand stellt ein Schild für den Kartentausch auf. Und bemerkt lapidar – Einlas ist doch eh erst später- dauert noch etwas.
12:30 gleich kommt Umtausch -aha bessere Organisation?
12:35 nun 12:00 geht anders.

Aber egal. Der sehr bayrische Biergarten (Geyerwally- hört sich einheimisch an) in der Nähe des Hotels hat wenigstens leckere Schnitzel- mit Senf und Kren unter der Panade. Check-in beim Hotel dauert auch nur dank dem Trödler vor mir 25 Min – rekordverdächtig. Parkplatzreseevierung hat nicht geklappt – egal hab einen kostenlosen gefunden. Die Derag-Hotels mit 2 kostenlosen Wassern+Bier sind ansonsten nett – aber sie wollen mal regionale statt Einheitszeug nehmen( noch schlimmer fand ich das in Nürnberg. Franken hat die weltweit größte Brauereidichte – und die nehmen Einheitsplörre…).

Ach egal. Etwas später fangen die Verteidiger des wahren Blödsinns an und es ist erstmal alles gut. Kaltes Bier. Fränkische, nicht ernste Band die trotzdem spielen kann. Organisation ist so nett und hat meinen Sitzplatz umgeplant, da sie ein Zelt in Sicht des ursprünglichen Platzes gestellt haben.
Ja das konnte gut sein – nur ist jetzt der Lautsprecher – Lichturm zwischen mir und Bühne 1… Okay-zu Maiden lass ich mir was einfallen… Jetzt ist leer genug um einfach einen anderen Platz für Powerwolf zu nehmen…

Aber erst mal JBO – super Blick -gute Akkustik. Spielfreude. Ihr rockt Jungs. Männlich genug rosa zu tragen…

Powerwolf – wie gewohnt gut Metal ! Mit etwas Bombast und viel falschem Akzent des Sängers. Gitaristen üben “ wer guckt böser“. Wangenknochen dunkler schminken macht normal Gesichter schmaler – klappt nur bei den Sänger gar net. Dazu hat er ein zu breites Gesicht. Naja und der Keyboarder ist agler wie der Sänger. Egal. Gute Show. Nur die Band die daneben aufbaut spielt schon rein….

Nächste Band. Sucial Tendencies. Die bekomme ich jetzt auch. Rocker solltn sich nicht wie HipHoper kleiden ( Ausnahme JBO ! Die dürfen das ???? ). Okay sie fangen an zu spielen. Anscheinend besorgt sich das halbe Stadion jetzt neue Getränke. Ich auch. So gut empfinde ich die Gruppe, das ich mir auch noch was zu essen suche, und wo ich grad dabei bin noch ein Bier oder Zwei besorge. Pulled Pork in viel Papier und irritierenderweise knusprig. Ich versuche ins Stadion zu gehen. Der Sänger erzählt vom skaten. Ich hol ein Bier. Langeweile. Band wird nicht besser. Naja – ich tröste mich – gleich kommt Apocalyptica. Das war eine verdammt lange Stunde. Wenn ich BayArea hören will leg ich Testament ein. Nachdem die Band vorher als Publikumsliebling angekündgt war haben die das Stadion doch gut geleert…

Naja – jetzt kommt Apocalyptica, In Extremo, Nightwish ( zwar falsche Sängerin, aber es kann nur besser werden.).

Rechtschreibung kommt Morgen oder Montag

Apocaliptica war dann ganz okay – bei einem langsameren Stück wurde neben mir mit Schnarchen begonnen – aber der Applaus weckte den wieder. Zeitplanung war wohl falsch.

In Extremo waren theoretisch gut. Nur zu laut und total übersteuert auf den Lautsprechern. Ich habe früher schon bei Slayer gesehen, wie ein Bass einen Busch entlaubt. Motörhead waren damals angeblich nicht an dem anderen Ende des „Dorfes“ zu hören. Aber das war das erste Mal, dass ich überlegt habe Ohrstöpsel zu kaufen – laut ist nicht schlecht – aber übersteuert klingt halt übel. und ich hab kein Villeman gehört…

Nightwish als erster Headliner war okay. Mir fehlten Tarja, Kinslayer, Wishmaster und Wish I Had An Angel – und die komische Ökohintergrundgeschichte mit den Videos – naja. Dafür nicht so poppig wie Frau Olsen. Aber was wurde bei der Kleidung der Sängerin gedacht? Die weißen Bändchen über dem Kleid wirkten auf mich wie etwas, von dem ein Bekannter mal versehentlich auf dem Wohnzimmertisch einen Katalog vergessen hatte. Das versehentlich glaube ich ihm. R. ist total nett – aber etwas schusselig. Wir hatten uns mal mit mehreren bei ihm verabredet. Er kam als einziger zu spät…. aber egal – das wäre als Kleidungsstück eher zu tragen wie… ach ich bleib jugendfrei. Naja, wenigstens darf sie ihr Kleid unten halten als sie von unten mit der Windmaschine erfasst wird. Aber evtl. bin ich heute zu kritisch.

Tag 2

Eigentlich ist heute der Tag, an dem mich die wenigsten Bands interessieren. Sozusagen der Tag zwischen Powerwolf / In Extremo und Sabaton/Maiden. Naja Gotthard kommen abends, und Iggy Pop. Ist zwar nicht meine Musikrichtung, aber wenn der gute Mann schon mal da ist – die Gelegenheiten seine Show zu sehen werden ja eher weniger. Evtl. auch Mando Diao, auch wenn ich kaum was von denen kenne.

Also ein guter Start in den Tag mit einer schönen warmen Dusche, ein ausgiebiges Frühstück (Rührei, weichgekochtes Ei, Lachs, Frikadellen, was eben so beim Hotel angeboten wird). Danach ein kleiner Einkaufsbummel. Mittagessen, kurzes Nickerchen, und dann ab zu Rockavaria.

Mothers Cake ist nicht so meins – da schaue ich mir mal die Seebühne und den Park ein wenig an. Beyond the Black ist ganz nett – aber zündet bei mir auch nicht so richtig. Die Band wirkt für mich etwas zu klischeehaft. Prime Circle bringen mich wieder zum Wandern – nunja. Sodom. Hab ich denke mal das letzte Mal so halb in Frischborn in Steinbruch 93 gesehen… Routiniert, zündet aber bei mir nicht. Garbage nervt mich eher etwas – die Beschwerde der Sängerin dass es zu heiß ist, dass nicht genug Frauen auftreten, dass… Zeit für einen Caipirinha. Raglans am See sind grad auch nichts für mich. Gotthart rocken dafür gut. Um die Zeit ist es natürlich noch etwas hell.

Ach ja, die Lautsprecher sind heute immer noch übersteuert – aber ich hab mir morgens noch günstig Ohrstöpsel besorgt – beim Veranstalter kosten die 2 €… Mit Ohrstöpseln hört sich die Musik besser an. Irgendwie ein wenig blödsinnig Ohrstöpsel tragen zu müssen, damit das ganze besser klingt. Eine Prämiere für mich. Weder Motörhead noch Grave Digger noch ACDC haben mich bisher dazu gebracht Stöpsel zu tragen – da hatten aber acuh alle Sound gut ausgesteuert.

Nach Gotthart kommt Mando Diao. Für mich die Enttäuschung. Auf der Seebühne läuft leicht deutschpunkig Serum 114 – hört sich für mich um einiges besser an. Dadurch verpasse ich leider den Anfang von Gutterdämmerung. Ein interessantes Projekt bei dem abwechselnd Filmausschnitte laufen, Lieder anderer Bands gespielt werden und Henry Rollins gegen Rock predigt. Die Geschichte ist eher platt (Rock’n’Roll always wins)- aber die Show gefällt mir.

Der Tag schließt mit Iggy Pop ab. Er wirkt ziemlich alt, die Bewegungen seltsam ungelenk. Immerhin schafft er es ein halbes Lied lang eine Jacke an zu haben bevor er mit nacktem Oberkörper weitermacht. Überraschend früh kommt The Passenger – ich mag die dunkle Stimme im Song. Ich denke, bei Real Wild Child (Wild One) hat er die Ordner zur Verzweiflung getrieben – Publikumskontakt im Graben vor der Bühne. Also wenig Berührungsangst. Bei Großaufnahmen wirkt das Gesicht irgendwo zwischen alt und etwas abwesend. Wie gesagt – nicht meine Lieblingsband, aber man merkt lange Bühnenerfahrung, auch wenn er mal in der Mitte zwischen den Doppelbühnen steht. Sein „I don’t wanna go“ nimmt man ihm ab- aber Lärmschutz und das Konzert endet damit recht pünklich.

Tag 3

Oh, man merkt ich bin in München. Zu den Rühreiern gesellen sich Weißwürste mit süßem Senf. Danach umparken und vor dem Olympiastadion (5€ Tagesparkgebühr? da ist Ulm teurer) den Wagen abstellen. Heute schaue ich mir den Rest des Parkes an, gute Aussicht vom Olympiaturm, das Rockmuseum ist aber etwas klein. Sea Life München ist vielleicht eher auf Familien mit Kindern ausgelegt, aber ich mag Pfeilschwanzkrebse. Wirken vom Design so herrlich unberührt von den Jahrtausenden. Die Star Wars Ausstellung finde ich persönlich zu teuer.

Dann noch ein halbes Nickerchen im Auto – und der Konzerttag beginnt. Mal ein Mittagessen auf Rockavaria, Burger hatte mir gestern nicht geschmeckt, die Currywurst ist teuer, aber geht (bei der Bauma Messe waren die auch nicht besser). Wild Lies, Raven Age und Gojira zünden wieder nicht so bei mir. Immer noch alles übersteuert. Sound ist bei Rockavaria bisher nicht so toll. Tremonti kenne ich bisher nicht – aber Dust gefällt mir von der Gruppe. Bei Anthrax beginnt es zu regnen. Die Veranstalter geben die Sitzplätze für alle frei, damit während dem angekündigten Sturm die Leute sicherer sind. Bisher regnet es nur leicht. Anthrax geht dabei gefühlt ein bisschen unter. Danach kommt Ghost. Von den Bildern davor hätte ich es für die 100ste Death/Black Metal Gruppe gehandelt, Musiker in Satansmasken und ein Antipapst auf der Bühne lassen mich schon überlegen zu gehen – sie sind dann aber eine der positiven Überraschungen. Popiger Metal mit eingängigen Melodien, okay, sie reiten sehr auf der Satanswelle rum, aber ich fand die überraschend gut. Okay, dann halt drei Alben bei Amazon geordert. Hat JBO noch am Freitag getönt ‚Geh mer halt zu Slayer‘ sind die Jungs jetzt da – und alt geworden. Okay, hab die auch so um 92/93 das letzte Mal live gesehen, aber okay. Langsam regnet es sich ein. Bei Sabaton fängt es dann richtig an zu schütten. Die Show ist aber gut. Freie Zitate des Sängers (frei übersetzt) „Ihr seid verrückt. In der restlichen zivilisierten Welt rufen die Leute ‚Sabaton Sabaton‘ – nur hier ist es ‚Noch ein Bier Noch ein Bier‘. ‚Als das Management uns vor dem Wetter gewarnt hat haben wir das schlimmste gefürchtet. .. aber ihr seid verrückt. In Schweden wäre kein Mensch bei dem Wetter vor der Bühne. Ich wäre wahrscheinlich nicht bei dem Wetter draussen. Wir sind vielleicht doch keine schwedischen Wikinger, sondern schwedische Pussies.“ Regen. Okay etwas mehr Regen. Dafür kommen die Lichteffekte gut. Und bei leichten Aufforderungen durch den Sänger springen die Leute bei „Primo Victoria“.

So. nun kommt der Headliner. Iron Maiden. Die neben mir gehen. Okay, besserer Sitzplatz für mich :-). Bei Maiden mag ich größtenteils alte Songs, „Iron Maiden“, „Run to the Hills“, „Running Free“, „The Prisoner“, „Number of the Beast“ und natürlich das göttliche „Fear of the Dark“. Geplant Spielzeit ist bis 22:30. Viele neue Stücke. 22:10 – bisher weder „Run to the Hills“ noch „Running Free“ noch “ „Number of the Beast“ noch „Fear of the Dark“. Dafür viel Aktion durch Bruce Dickinson, einige Scherze „our Songs are not old, they are legacy – that means I’m not old, I’m legacy“, manches wirkt etwas depressiv „there are a lot of legacy fans in the audience“ mit dem Verweis dass es immer weniger werden, weil die wegsterben. Gegen Ende auch, dass das gute an Maiden Konzerts sei, dass niemand stirbt, und man bei Sex und Rock’n’Roll bleiben solle.Wie gesagt, wirkt etwas depressiv trotz guter Stimmung. Aufgeheitert scheinen ihn Sachen zu haben mit „oh thank you Madam, oh and you there are two of them. Oh and over there, there is a guy with boobs to“. 22:15 kommt dann auch endlich „Fear of the Dark“. Einer der Unterschiede zu Sabaton ist, dass Dickinson nicht das Publikum zum Mitsingen oder Springen auffordern muss – dass klappt auch so alles. Am Ende wurden etliche Songs die ich gerne gehört hätte nicht gespielt – aber trotzdem war der Auftritt toll. Wenigstens kam „Number of the Beast“ als Verlängerung.

Die Rückfahrt fand dann bei strömenden Regen statt. Gefühlt war das ja eines der stärksten Umwetter der letzten Jahre – von der Gemeinde hier gibt es Fotos vom Schwimmbad, bei der das Wasser von der Strasse über den Parkplatz und eine leichte Steigung bis kurz vor den Mauern steht. Aber bis auf Sabaton – und da hats wohl kaum jemand gestört – hat es das Festival nicht groß gestört.

Nachtrag – die 70 Verletzte bei Rock am Ring wirken im Nachhinein schwerer verständlich – zu dem Thema Sicherheit schienen sich die Rockavaria Macher mehr Gedanken gemacht zu haben – oder die Location war dafür einfach besser.

Ich hoffe wenn die Veranstalter so etwas noch mal machen, dass sie etwas mehr auf den Sound achten. Das sind Musikgruppen – da ist guter Sound wichtig.

Ah ja, Ich muss auch immer noch die Rechtschreibung korrigieren.

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